Neue Kühltechniken im Rechenzentrum

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Vor einigen Jahren betrug die Wärmelast in einem Rechenzentrum 1 kW bis 1,5 kW pro Rack. Im Rechenzentrum von BT (Germany) in Frankfurt am Main, das im Mai 2012 offiziell in Betrieb geht, sind dagegen 7 kWh pro Rack die Norm und mehr als 10 kW/Rack möglich. Um einen PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von unter 1,3 zu erreichen, setzt BT in Frankfurt auf ein Mischkonzept: Beträgt die Außentemperatur unter 16 Grad, wird ausschließlich mit Außenluft gekühlt – ohne Einsatz von Kältemaschinen. Im Temperaturbereich zwischen 16 bis 22 Grad werden sowohl Kältemaschinen als auch Außenluftkühlung verwendet. Erst bei Temperaturen von mehr als 22 Grad kommt ausschließlich die mechanische Kühlung zum Zuge.

Fast schon klassische Konzepte sind die Kaltgang- und Warmgang-Einhausung. Einen anderen Weg geht der Nürnberger Service Provider Noris Network in seinem neuen Data Center. Er setzt ein Kyoto-Rad ein. Dabei handelt es sich um ein Metallrad von mehreren Metern Durchmesser, das als Luft-Luft-Wärmetauscher arbeitet. Damit, so der Hersteller Kyoto Cooling, ließen sich mehr als 80 Prozent der Energiekosten für die Kühlung einsparen. Andere Konzepte nutzen das kühle Erdreich, um die Temperatur von Kühlwasser nach dem Kühlvorgang zu senken (Geothermie).

In der Praxis kommt häufig eine Kombination mehrerer Verfahren zum Zuge, etwa eine Mischung aus Freiluftkühlung mit Warm- oder Kaltgangeinhausung sowie Flüssigkeitskühlung. Für Racks mit Hochleistungs-Servern ist zudem eine Wasserkühlung ein probates Mittel, um die Bildung von “Hot Spots” mit unzulässig hohen Temperaturen zu vermeiden. (wh)

Quelle: Computerwoche vom 17.07.1012


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